Ungeheuer!
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Die UnTiefen – Initiative für Zwischenräume

"Im dazwischen liegt die Hoffnung,
auf eine Alternative zum, ENTWEDER ODER.
Und zwischen den Kontinenten
liegt das Meer."

Im Kapitalismus wird nur dem eine Bedeutung zugewiesen, was Geldwert hat oder umrechenbar ist in Geldwert. Handlungen, Ideen oder Dinge, die dieser Logik nicht folgen, sind vogelfrei, freigegeben für die kapitalistische Ausbeutung bis hin zur Zerstörung. Was niemanden gehört, gehört im Kapitalismus dem, der es zuerst mit Geschick oder Gewalt in Privatbesitz überführt. Diese Logik ist die Grundlage dessen, was mit dem Begriff ursprüngliche Kapitalakkumulation beschrieben wird.
Dies ist aber kein abgeschlossener Prozess, die ursprüngliche Kapitalakkumulation frisst sich immer weiter in die Naturverhältnisse und die Gesellschaft hinein. Immer weitere Bereiche werden durch die Kapitallogik umstrukturiert und die Dinge/Handlungen werden zu Waren, seien es biologische Organismen durch Ausweitung des Patentrechts oder Teile menschlicher Beziehungen, die als Sozialkapital in alten (Netzwerke) und neuen Strukturen (Facebook) akkumuliert und zu Markte getragen werden.
Dabei werden die alten Beziehungen zerstört bzw. umgeschrieben und durch die Kapitallogik ersetzt. KapitalistInnen feiern dies als produktive Zerstörung (Schumpeter).
Falls wir eine Welt wollen, in der Käuflichkeit nicht das höchste Gut ist, dann müssen wir diesen Ablauf unterlaufen. Da die Kapitallogik simplifizierend und reduktionistisch ist und ihr in diesem Prozess immer etwas entgeht, ihr zwischen den Fingern ihrer Logik hindurchrutscht, bietet dieses Dazwischen Raum für Widerstand.

Das größte Dazwischen ist zur Zeit der Ozean. Doch der Prozess 'produktiver' Zerstörung und der Unterordnung unter die Kapitallogik ist bereits in vollem Lauf.
Der Ozean wird seit über einem Jahrhundert immer intensiver im Kontext der kapitalistischen Wachstumslogik vernutzt. Lange bestehende gesellschaftliche Nutzungen des Ozeans, die dieser Kapitallogik nicht entsprechen, wurden abgewertet und als unwert durch Mißachtung ohne Rücksicht zerstört. Die komplexen ökologischen Lebensräume in den Ozeanen wurden gleichfalls ignoriert und viele zerstört. Inzwischen folgt dieser Politik der Zerstörung die Inwertsetzung, die Unterordnung unter die Kapitallogik. Bereitwillig unterstützt von einer breit aufgestellten politischen Bewegung an Nichtregierungsorganisationen, die die Inwertsetzung des Ozeans als einziges Mittel zu seinem Schutz ansehen.

Doch dies ist eine Täuschung! Vom Ozean, in seiner heutigen Bedeutung wird dabei nichts übrig bleiben, so wenig wie von den Prärien und Büffelherden Nordamerikas, die vor der Besetzung durch weiße Siedler bestanden, übrig geblieben ist.

Dabei sind die Zerstörungsprozesse der Ozeane bereits jetzt gigantisch. Was wir brauchen ist, keine weitere Ausweitung der Kapitallogik, sondern die Zurückgedrängung dieser Logik und der ihr vorauseilenden Zerstörung.
Eine ökologisch kapitalistische Optimierung der Vernutzung der Ozeane im Sinne kapitalistischer Nachhaltigkeit kann nicht das Ziel sein, für alle, denen es um den Schutz der Ozeane als Lebensraum und als Natur zu tun ist.

Deshalb sind auf dieser Seite Texte verlinkt (– Links –) und Texte von uns (– Texte –) zu finden, die eine linke Alternative sowohl zur Politik der Zerstörung, als auch zur ökokapitalistischen Optimierung der Inwertsetzung der Ozeane diskutieren und die die kapitalistische Inwertsetzung kritisieren.

Ansätze sind dabei das Konzept der Gemeingüter und des Nießbrauch.

"Nießbrauch ist das Recht des Gebrauchs an Dingen und des Nutzenziehens unter beibehaltenem Wesen der Dinge. Von entscheidender Bedeutung ist, dass der Nießbraucher die Sache in jeder Weise, die die Schonung ihrer Substanz gestattet, gebrauchen und von ihr Früchte ziehen kann."

Wieso nicht die Natur und die Ozeane als Teil der Natur als ein Gut betrachten, dass uns ALLEN als Gemeingut zum Nießbrauch überlassen ist.

Außerdem stellt sich die Frage, in wie weit die Entfremdung der Menschen in der Arbeit dazu führt, dass Menschen zerstörerisch instrumentell mit ihrer Umwelt umgehen.
Würden andere selbstbestimmte Arbeitsverhältnisse, eine Arbeit bei der Menschen sich über den Gebrauchswert ihrer Tätigkeit definieren würden und nicht über ein abstraktes Geldeinkommen und bei der es um sinnvolle Produkte und eine allgemeine Verbesserung der Lebensverhältnisse ginge, zu denen ja auch die Natur gehört, nicht zu einem anderen Umgang mit Natur führen?

Falls Ihr Hinweise zu interessanten Texten oder Initiativen in diesem Sinn habt, meldet Euch – 3.Jahrtausend@gmx.net (Betreff: UnTiefen) –.


Die UnTiefen – für Anarchie & Freiheit der Ozeane











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